Das Singen von Gospels

Sie faszinieren uns – die etwas stärker gebauten, dunkelhäutigen Amerikanerinnen, wenn sie in ihren schwingenden Kutten mit bebender Unterlippe ihre Liebe zu Gott in den Saal und in die Welt schreien. Viele bekannte Chöre auf der ganzen Erde machen sich das Original zum Vorbild und auch die Gospel Singers in Oberwart nehmen sich ein Beispiel an den weltbesten Gospelchören wie dem „Oslo Gospel Choir” oder dem „USA Gospel Choir”.



Das Besondere an so einem Chor ist der spezielle Sound. Die Töne werden sehr scharf angesungen, klingen dadurch flacher als die runden, vollen und weichen Töne eines europäischen Kirchenchors. Durch die Gesangsart im Gospel werden größere Lautstärken erreicht, denn auch amerikanische Gospelchöre müssen sich gegenüber der hauseigenen Band durchsetzen. Der ursprüngliche Grund für diese „Shouts” (Rufe) waren das große Leid und die Schmerzen, die die Sklaven Nordamerikas durch das Singen besser ertragen konnten. Auch die gemeinsame, meist sehr einheitliche Bewegung spielt beim Gospelgesang eine große Rolle, tanzten sich doch früher Sänger damit sogar in Trance und vergaßen alles rund um sich. Viele Chöre verwenden die halbe Probenzeit damit, Bewegung und sogar komplette Choreographien zu ihren Stücken zu entwerfen.



Ein anderes typische Element bei Gospelsongs ist das „Call & Response Prinzip” – der Ruf– und Antwort Gesang, bei dem es einen Vorsänger gibt und der Chor dann antwortet. Zurückzuführen dürfte dieser Wechselgesang auf die Gottesdienste der schwarzen Sklaven in Amerika sein – zum einen gab es wenige Gesangsbücher, zum anderen eine extrem hohe Analphabetenrate unter den Sklaven. So sang der Priester eine Zeile vor und die Gemeinde antwortete.